Julia: «Ich möchte gerne arbeiten und bekomme einfach keinen Job.»



Julia und ihre Kinder

Julia und ihre Kinder Caritas

Seit ihre Ehe in die Brüche ging, kümmert sich Julia vor allem alleine um die zwei Töchter. Sie geriet in Armut. Obwohl sie oft an Vorstellungsgespräche eingeladen wird, bekommt die Sozialpädagogin keine Arbeit. Sobald das Gespräch auf ihre Situation als alleinerziehende Mutter kommt, schwindet das Interesse bei den potenziellen Arbeitgebern.

Seit 12 Jahren lebt Julia in der Schweiz. Nach acht Jahren Ehe musste sie sich von ihrem Mann trennen. Das war vor zwei Jahren. Seither leben Julia, Sina (7 Jahre) und Alessia (8.5) von Alimenten, Kinder- und Arbeitslosengeld. Die Kleinfamilie lebt am Existenzminimum und in drei Monaten ist Julia ausgesteuert. Das macht ihr Angst. Denn Julia will ihre Situation möglichst aus eigener Kraft meistern.

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Eine Arbeitsstelle – nichts mehr

Die ausgebildete Sozialpädagogin möchte nichts mehr als arbeiten. Viele Bewerbungen hat sie geschrieben. Nicht ohne Erfolg: Sie wird oft zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, bisher kam es aber immer zu Absagen, wenn die Arbeitgeber erfahren, dass sie eine alleinerziehende Mutter ist. «Es besteht offenbar die Befürchtung, ich könne nicht dasselbe leisten. Das ist schade», bedauert Julia.

Julia hat Angst, in der Sozialhilfe zu landen

Die meisten Ausgaben kann Julia planen. Dinge für den Schulanfang und den Winter kann die Mutter über das Jahr verteilt besorgen. Grössere ungeplante Ausgaben von der Schule, sowie Zahnarztrechnung sprengen schnell das Budget. Mithilfe der Caritas-Geschenk-Tausch-Aktion und der Winterhilfe konnten Alessia und Sina dieses Jahr mit neuen Theks das Schuljahr beginnen.

Julia und ihre Kinder beim Lesen

Julia und ihre Kinder beim Lesen

Kreative Aktionen machen den Alltag abwechslungsreich

Meistens bekommen die Kinder von der Armut noch nichts mit. Es gibt in diesem Alter noch Unternehmungen, die nichts kosten. «Man muss etwas recherchieren und kreativ sein. Aber man findet sie, die kostenlosen Freizeitideen», sagt Julia. «Die KulturLegi der Caritas oder die Website zuerichunbezahlbar.ch helfen dabei sehr.» Die Familie besuchte schon die Eröffnungsfeier des Opernhauses, geht oft in den Wald zum Bräteln und zum Spielen. «Mir ist es wichtig, den Kindern zu zeigen, dass sie Optionen haben», unterstreicht Julia. Mit kreativen Aktionen wie einer Kleidertauschbörse kommt die Familie zu neuen Sachen ohne Geld auszugeben.

«Mir fehlt meine Familie sehr»

Julias Eltern wohnen in der Nähe von München und können ihre Tochter nicht unterstützen in dem sie auf die Kinder aufpassen. Ein Umzug in die Nähe der Grosseltern ist wegen des geteilten Sorgerechts nicht möglich, da ihr Schweizer Ex-Mann dem nicht zustimmt.

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